Der Hamster, ein Nachttier

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hamsterAm häufigsten wird der Goldhamster bei uns als Haustier gehalten. Man unterscheidet verschiedene Farb- und Haarvarianten, wobei die "wildfarbenen" Tiere am häufigsten vorkommen. Der Goldhamster kommt als nächtliches Steppentier in Bulgarien, Rumänien, Kleinasien, Syrien, Israel und im Iran vor. Seit 1930 wird er domestiziert und ist inzwischen ein beliebtes Haustier geworden. Als "Einzelgänger" kann der Goldhamster durchaus alleine gehalten werden. Bei guter Pflege können Wildfarbene Tiere ein Alter bis zu fünf Jahren erreichen. Schecken werden dagegen meist nur 2-3 Jahre alt. In natürlicher Umgebung baut der Hamster sein Nest am Ende eines mehr als zwei Meter tiefen Baus, wo er auch seine Futtervorräte speichert. Unter natürlichen Bedingungen fallen die Tiere in der kalten Jahreszeit in einen winterschlafähnlichen Zustand.

 

 

Haltung und Pflege

Hamster sind Nachttiere und schlafen tagsüber sehr viel. Sie dürfen in ihrem Tagesschlaf keinesfalls gestört werden. Meist kommen sie schon bei Einbruch der Dämmerung aus ihrem Schlafhäuschen. Für Kinder, die sich tagsüber mit einem Tier beschäftigen wollen, ist der Hamster keinesfalls geeignet. Erschrickt der Hamster oder wird er gereizt, beißt er blitzschnell oder wirft sich auf den Rücken. Nur wenn man ihn vorsichtig und liebevoll behandelt, hat man Freude an seinem drolligen Verhalten und seiner Zutraulichkeit.

Goldhamster benötigen einen geräumigen Käfig, den sie nicht durchnagen können. Der Käfig braucht eine Schlafecke und eine Spielecke. Letztere kann eine Leiter und ein Laufrad beinhalten. Der Boden wird am besten mit Hamsterstreu ausgelegt. Die Einstreu muß nach 3-4 Tagen gewechselt werden.

Besondere Ansprüche stellt der Hamster an das Klima. Er verträgt weder Zugluft noch Feuchtigkeit. Daher braucht er im Winter einen beheizten Raum, dessen Temperatur nich unter 12SYMBOL 176 "Symbol"C sinken darf. Der Käfig darf jedoch auch nicht in der prallen Sonne stehen.

Fütterung

Da der Hamster tagsüber viel schläft, sollte er vor allem morgens und abends gefüttert werden. Der Hamster gehört zu den Tieren, die Futter in ihre Backentaschen stopfen und es so zu ihrem Vorratslager tragen. Neben Fertigfutter benötigt der Hamster auch frisches Grünfutter (Salate, Rettich, Gras, Klee). Daneben kann man auch Körner, Sonnenblumenkerne, Kürbissamen und Nüsse anbieten. Damit die Zähne genügend Arbeit haben, gibt man auch noch etwas trockenes Brot. Gerne mag er auch ein Stückchen Fleisch oder Fisch.

Krankheiten

Das Fell eines gesunden Hamsters muß dicht und glänzend sein. Klare Augen ohne die geringsten Spuren von Eiter oder Verklebung sind ebenfalls ein wichtiges Kennzeichen. Wichtig ist, daß das Tier festen Kot absetzt und nicht teilnahmslos in einer Käfigecke sitzt. Ein gesunder Hamster ist nach dem Wecken sofort munter. Er trägt das Schwänzchen hoch erhoben und ist auch nicht sofort aggressiv, wenn man ihm nahekommt.

In der letzten Zeit konnte man lesen, daß Hamster in den ersten drei Lebensmonaten einVirus ausscheiden, das beim Menschen Gehirnhautentzündungen und bei schwangeren Frauen Mißbildungen des Kindes hervorrufen kann. Es ist deshalb anzuraten während der Schwangerschaft keinen jungen Hamster zu halten.

Die Zucht

Hat man genügend Abnehmer für junge Goldhamster, kann man auch einmal züchten, da die Aufzucht der Jungen sehr interessant ist. Die Weibchen sollten mindestens 6-8 Wochen und die Hamsterböcke 7-9 Wochen alt sein. Nach 16-18 Tagen Tragezeit kommen 6-15 Junge zur Welt, die ein Geburtsgewicht von nur 2g haben. Nach 21 Tagen Säugedauer kann man die jungen Hamster von der Mutter trennen.

Verwendete und weiterführende Literatur:

Schmidt, Günter: Kleinsäuger

Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1973

Deutscher Tierschutzbund e.V.

INFO 6, Die Haltung von Merschweinchen und Goldhamstern

(W.-D. Kavasch 2001)