Dreizehn Hunde aus Pudelzucht gerettet
Nördlinger Tierschutzverein braucht Hilfe.

Zwölf Tierfreunde mit dreizehn Hunden, die aus einer „Welpenfabrik“ im Nordries gerettet wurden.
(wdk)Am vergangenen Freitag läutete das Nottelefon des Nördlinger Tierheims. Die tränenüberströmte Stimme einer Frau am Telefon: „Kommen sie schnell, mein Mann bringt alle Hunde um.“ Kurze Zeit später sind Beiratsmitglied Gerhard Neudeck und Vorsitzender Dr. Wulf-D. Kavasch unterwegs. Ziel ist eine Gemeinde im Nordries.
Bei der angegebenen Adresse angekommen, werden die beiden sofort von einer wild kläffenden Meute von rund zwanzig Hunden umringt, und es bestätigt sich die Aussage der Anruferin, 13 Hunde müssen sofort abtransportiert werden. Weitere Hunde sollen noch folgen.
Was die Tierschützer noch nicht erlebt hatten: Es handelte sich um eine Pudelzucht mit rund 20 Hündinnen und einem Deckrüden. Eigentlich sind solche Verhältnisse nur aus Osteuropa bekannt. Man kann nur erahnen, wie viele Welpen hier jährlich von den zu „Gebärmaschinen“ missbrauchten Hündinnen produziert wurden.
Im Tierheim wieder angekommen, wurden die Hunde einer ersten Untersuchung unterzogen. Zum Erschrecken des Tierheim-Teams stellte sich heraus, dass fast alle Tiere unter massiven Erkrankungen des Gebisses leiden – eine Folge jahrelanger Fehlernährung. Kein Hund ist geimpft oder gekennzeichnet. Die neunjährige Lilly hat einen gebrochenen Kiefer, Wuschel ist hochträchtig, der Mops „Lissy“ hat eine schwere Augenerkrankung. Fast alle Pudel sind ungepflegt, z.T. mit hochgradig verfilztem Fell.
Die Bitte um eine Spende von der früheren Besitzerin blieb ohne Erfolg: „Mein Mann hat mein Konto gesperrt, ich habe keinen Cent“. Deshalb die Bitte des Tierschutzvereins an die Bevölkerung um Hilfe. Die Tiere müssen gesund gepflegt, tierärztlich behandelt und in einen vermittlungsfähigen Zustand gebracht werden. Da sie nicht leinenführig sind, bedarf es viel Geduld, um die Pudel zu resozialisieren. All dies verschlingt erhebliche Mittel, die der Tierschutzverein derzeit nicht aufbringen kann. Deshalb bittet der Tierschutzverein um Spenden unter dem Stichwort „Pudelhilfe“ auf das Konto 700 76 bei der R+V-Bank Ries, BLZ 720 693 29. Willkommen sind natürlich auch Hundeliebhaber, die sich mit den verängstigten Hunden beschäftigen und ihnen Vertrauen zum Menschen wiedergeben wollen. Hoch willkommen sind aber auch Tierfreunde, die eine Patenschaft übernehmen, oder sogar ein Pudelchen in ihre Familie aufnehmen wollen.

Tierschützer Gerhard Neudeck beim Verladen der Pudel in den Tierrettungswagen des Nördlinger Tierschutzvereins. In diesem Anwesen wurden mehr als zwanzig Hunde gehalten und größtenteils als „Gebärmaschinen“ missbraucht.